Freitag, 9. November 2007

Clio Online

Clio Online ist ein "Fachportal für die Geschichtswissenschaften" wie der Untertitel treffend beschreibt, welches sich vor allem an den deutschsprachigen Raum richtet. Für das Projekt verantwortlich zeichnen sich Prof. Dr. Wilfried Nippel und Dr. Rüdiger Hohls von der Humboldt-Universität zu Berlin, für die Webredaktion ist Thomas Meyer zuständig.
Screenshot des Fachportals Clio Online Die vollständige Redaktion umfasst ein grosses Team an Mitarbeitern sowohl von der Humboldt-Universität selbst als auch von verwandten Fachportalen und Bibliotheken, darunter die Bayerische Staatsbibliothek, die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, um nur einige namentlich zu erwähnen. Zudem verfügt das Projekt auch über studentische Hilfskräfte. Gefördert wird Clio Online durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Clio Online versteht sich als zentrales Portal, welches auf die verschiedensten Angebote im WWW weiterveweist, jedoch auch selber eine Zeitschrift publiziert. So sind unter dem Titel Historisches Forum - Themenhefte von Clio-online bis zum heutigen Tag 10 Bände erschienen, welche komplett online verfügbar sind. Die Themenhefte kann man sich zudem als PDF-Datei herunterladen, und dementsprechend bequem ausdrucken und später "offline" lesen. Die Publikationen sind sowohl für den privaten wie auch wissenschaftlichen Einsatzbereich gedacht, jedoch sind keinerlei Hinweise gegeben, wie die Themenhefte zu zitieren sind. Dementsprechend handelt es sich bei Clio online um eine sog. "Mischform aus elektronischen Publikationen von Artikeln" (W. Schmale) sowie einer umfangreichen Suchmaschine welche auf einen grossen Katalog von Internetseiten zurückgreift. Ob man eine Rezension, Portale oder gar Ämter zur Denkmalpflege sucht, so wird man auf Clio online sicherlich fündig. Zudem ermöglicht die Metasuche eine parallele Suche mehrerer Datenbanken. Eine spezifische Suche in Fachdatenbanken wird ebenfalls angeboten, jedoch funktionierte diese beim heutigen Testversuch (09.11.2007) nicht, es kam nur zu einer Fehlermeldung.
Für Einsteiger bietet Clio online darüber hinaus einige sehr übersichtliche Guides, welche den Besucher mit der Geschichtspräsenz im WWW vertraut machen. Die sog. "übergreifenden Guides" informieren zu generellen themenunabhängigen Online-Angeboten, zudem sind thematische sowie regionale Guides vorhanden. Über ein kleines Icon am rechten Bildschirmrand kann man sich diese Guides natürlich auch einfach ausdrucken.
Sehr aktuell befasst sich Clio online zudem mit Stellenangeboten, Praktika und Stipendien, also den konkreten Chancen und Möglichkeiten eines Historikers in der heutigen Zeit. Dies ist ein sehr realer Aspekt, abseits von Archiven und Forschungstiteln, welcher sicherlich v.a. Studenten zu Gute kommt.

Vom Layout her ist Clio online sehr simpel gehalten und sehr neutral, wie es einem umfangreichen Portals gerecht wird, welches sich nicht auf ein besonderes Thema spezialisiert, sondern geschichtliche Themen "querbeet" behandelt. Demzufolge sind die Zielsetzung und das Layout meiner Meinung nach perfekt aufeinander abgestimmt. Aktualisierungen des Fachportals kann man zudem mittels eines RSS-Logo RSS-Readers im Auge behalten.

Clio online betreibt eine enge Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern. Zu den kooperierenden Fachredaktionen gehören H-Soz-u-Kult, geschichte.transnational und Zeitgeschichte online. Eine komplette Liste aller Partner ist hier einzusehen.
Eine Suche nach einer bereits verfassten Rezension des Fachportals lieferte keine Ergebnisse.

Die Texte sind eigentlich gut lesbar, jedoch könnte man bemängeln dass die Schriftgrösse auf grösseren Monitoren doch zum Versuch führt, eine Lupe bei Hand zu haben, auf meinem eigenen Monitor (19'') stellte sich ein derartiges Problem allerdings nicht. Das URL-Design der Unterseiten ist sehr irreführend. Entscheidet man sich z.B. für die "Guides", so lautet die Adresse ...site/lang__de/40208134/default.aspx, eine Kombination von Zahlen, unter denen man sich nicht wirklich etwas vorstellen kann, was den Inhalt betrifft. Die Ladezeiten der Seite hingegen sind sehr benutzerfreundlich, selbst bei grossangelegten Suchthemen zeigten sich bei mir keinerlei Probleme, die Ergebnisse in kürzester Zeit parat zu haben. Dies erklärt sich natürlich auch durch das "spartanische" Design der Seite, welches auf Funktionalität ohne aufwendige Animationen setzt. Zu kritisieren ist, dass die Seite einerseits eine englische Version zur Verfügung stellen will, jedoch grösstenteils nur die Titel der Themen übersetzt worden sind, der Inhalt weiterhin deutsch geblieben ist.

Bei Fragen und Anregungen bietet Clio Online eine Reihe von Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. So kann man die Redaktion sowie die einzelnen Mitwirkenden am Portal jeweils über E-Mail erreichen, sowie auch schriftlich. Auch für technische Fragen ist eine Kontaktadresse angegeben. An andere ForscherInnen richtet sich ein Formular, welches einem ermöglicht (nach einer Überprüfung der Redaktion), seine eigene Webseite bei Clio Online registrieren zu lassen, und somit ins Web-Verzeichnis aufnehmen zu lassen.

Clio Online erschien mir auf den ersten Blick sehr verwirrend, das Angebot ist sehr umfangreich und will erst mal in Ruhe durchstöbert werden. Ist diese "Kompetenz" erst einmal erreicht, bietet sich einem ein umfassender Katalog zur Geschichte im Internet.

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